Wanderung am 29.05.2022 in Engelhardsberg

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Elfriede
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Wanderung am 29.05.2022 in Engelhardsberg

Beitrag von Elfriede »

Zum Jubiläum, der 10. Wanderung, fanden sich zehn Teilnehmer ein und wir fuhren entlang der B 470 bis Behringersmühle und hinauf zum Ausgangspunkt Engelhardsberg. Kurz nach dem Start erreichten wir bereits den 531m hoch gelegenen Adlerstein mit der Eisentreppe. Wir genießen die Aussicht und wanderten dann über einen felsenreichen Steig bis zum Quackenschloss, einer 18 Meter langen Durchgangshöhle, die Ihren Namen der durchlöcherten Steinart (Rauchwacke, oder Quacke) verdankt. Der Sage nach befand sich hier einmal ein verwunschenes Schloss, welches wegen eines Jägers einstürzte.
Wir durchquerten die sehenswerte Höhle, der Weiterweg führte uns über Wiesen und schöne Waldwege am Ende steil hinauf zum Hohen Kreuz. Auf 522 Meter wurde hier ein 12 Meter hoher sechseckiger Turm im Jahr 2012 neu errichtet. Von oben bot sich ein herrlicher Ausblick bis ins Fichtelgebirge.
Gleich unterhalb des Gipfels erkundeten wir die versteckt gelegene Doktorshöhle, benannt nach einem Muggendorfer Arzt, der sie 1905 entdeckte. Die Höhle ist ca. 50 Meter lang und enthält noch sehr sehenswerte Tropfsteingebilde in den Nischen.
Der Weg führte uns nun über Stufen hinab zur Oswaldhöhle. Diese Durchgangshöhle ist etwa 65 Meter lang. Wir durchquerten die Höhle vom kleineren Südeingang aus bis zum Nordeingang, der ca. 12 Meter breit und 6 Meter hoch ist. Die Höhle diente der Bevölkerung als Unterschlupf und später als Felsenkeller. Der größte Raum der Höhle, die „Große Halle“, ist etwa 40 Meter lang und wird von zwei Felspfeilern gegliedert. Den Namen verdankt die Höhle einem Einsiedler namens Oswald aus dem Ritterroman Heinrich von Neideck. Bis dahin war die Höhle nur als „hohles Loch“ bekannt.
Es waren nur wenige Wanderer unterwegs, allerdings fand an diesem Tag der Frankenwegmarathon statt, und etliche Läufer kamen uns auf dem schwierigen Trail entgegen.
Das nächste Ziel war der Muggendorf Pavillon: Oder auch auf gut fränkisch "Babylon" genannt – ein traditionsreicher Aussichtspunkt auf einem freistehenden Felsen oberhalb von Muggendorf. Vom Pavillon aus blickt man auf den Ortskern von Muggendorf, sowie hinaus in das langsam breiter werdende Wiesenttal bis zur erneuten Engstelle mit der Burgruine Neideck.
Nicht überall, wo Burg drauf steht, ist auch eine richtige Burg vorhanden, nächster Aussichtspunkt ist die Koppenburg. Gefunden wurde jedenfalls an dieser Stelle bis heute keinerlei Rest oder Anzeichen einer früheren Burg. Trotzdem ist der Felsen steil über Muggendorf, der von hinten ganz bequem begehbar ist, ein lohnender Abstecher.

Als besonderes Schmankerl auf dem Weiterweg bot sich der Abstecher zur Rosenmüllerhöhle an. Diese Höhle wurde im Jahr 1790 entdeckt. Die Höhle besteht im Wesentlichen aus einem 16 Meter hohen Hauptraum und ist 112 Meter lang. Von 1836 bis 1960 wurde die Höhle als Schauhöhle betrieben und zählt somit zu den ältesten Schauhöhlen der Fränkischen Schweiz. Einen besonders romantischen Eindruck erweckte die Beleuchtung mittels Kerzen, die Halter sind vorhanden und wurden von uns mit Teelichtern bestückt.
Ein letzter kräftezehrender Anstieg brachte uns nach Albertshof und auf schönem Weg ins Tal hinab zu unserer wohlverdienten Einkehr in der Kuchenmühle.

Nach einer großzügigen Rast mit leckeren Forellen und Saiblingen machten wir uns auf die Schlussetappe. Zunächst führte der Weg gemütlich entlang der Aufseß bis Doos und zur Höhlenruine Riesenburg. Die Versturzhöhle stellt die Überreste einer ausgedehnten Karsthöhle dar, die durch die Einwirkung von Wasser entstand. Mehrere Felsbögen mit einer Spannweite bis zu 11,5 Meter zeigen ein einziges Naturdenkmal. Die Gesamtlänge der im Frankendolomit angelegten Höhle beträgt 43 Meter bei einer Höhendifferenz von 25 Metern. Die Naturbrücken und Felsen sind Überreste eines eingestürzten Höhlendaches.
Über viele Stufen stiegen wir die imposante Höhlenruine hinauf bis zum Aussichtspunkt mit der Felswidmung von König Ludwig I. Anschließend erreichten wir wieder den Ausgangspunkt in Engelhardsberg.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es eine würdige Jubiläumstour war. Die besonderen Attraktionen dieser Gegend ließen die anstrengende Wanderung fast vergessen.
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Viele Grüße von
Elfi
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